Studium im Ausland: Auslandssemester oder gleich alles auf eine Karte?
 
Auch wenn in der Bachelor-Ära der Zeitdruck immer größer wird, sollte man
sich die einzigartige Erfahrung ein Semester an einer Universität im Ausland
zu verbringen nicht entgehen lassen. Denn dieses ist keinesfalls verloren,
da viele der dort erbrachten Leistungen auch an der Heimatuniversität
anerkannt werden. Andererseits wird es später kein Personalchef als
negativ werten, wenn das Studium aufgrund dessen über die Regelstudienzeit hinausgeht. Gerade in späteren Bewerbungssituationen, signalisiert man durch den Auslandsaufenthalt seine Eigenständigkeit und Flexibilität sich unterschiedlichsten  Begebenheiten anzupassen. Auch erwarten Unternehmen in einer globalisierten Wirtschaft von ihren Bewerbern zunehmend Auslandserfahrungen, welche durch ein Auslandssemester erworben werden können. Häufig bestehen an den Universitäten Partnerschaften zu anderen Hochschulen in Europa und darüber hinaus.
In diesem Fall kann man über das Erasmus Programm (European Region Action Scheme for the Mobility of University Students) eine Förderung beantragen.

Bei diesem Programm wird beispielsweise die Annerkennung von
Studienleistungen im Ausland durch das European Credit Transfer System
(ECTS) ermöglicht. Durch ein Semester im Ausland werden zum einen
natürlich die Fremdsprachenkenntnisse verbessert und auch das Kennenlernen eines neuen Landes und seiner Kultur stellt einen wichtigen Bestandteil der Erfahrung dar.

Die Kenntnis der Sprache des angestrebten Landes ist nicht einmal
zwingend erforderlich, da es häufig auch englischsprachige und sogar auch
deutschsprachige Studiengänge im Ausland gibt. Einem Wikipedia Artikel ist
zu entnehmen, dass es über 700 deutschsprachige Studiengänge im Ausland
gäbe und allein das Studienfach Betriebswirtschaft könne an über 40 Hochschulen
weltweit in deutscher Sprache belegt werden. Viele Deutsche absolvieren
gleich ihr ganzes Studium im Ausland um so beispielsweise dem Numerus Clausus zu entgehen oder weil die Studienbedingungen an manchen Hochschulen im
Ausland besser sind. So gehen viele deutsche Abiturienten anschließend
beispielsweise nach Ungarn um Medizin zu studieren oder für das Studium
der Psychologie nach Holland. Für viele ist auch Österreich attraktiv, da es
neben dem nicht existierenden Numerus Clausus auch (noch) keine
Studiengebühren gibt. Dies ist jedoch zu beachten, wenn man zum Beispiel
ein Studium in Australien anstrebt:
Die in Deutschland
erhobenen Studiengebühren sind im Vergleich zu anderen Ländern niedrig. So
zahlt man in Holland ca. 1500 Euro pro Jahr und in anderen Ländern noch
weitaus mehr. Bei einem Aufenthalt von nur ein oder zwei Semestern können
die Studiengebühren durch das Erasmus Programm wegfallen. Ansonsten gilt:
Gute Bildung kostet, aber zahlt sich dann (zumindest wenn man nicht gerade
soziale Arbeit oder ähnliches studiert) hoffentlich später aus. Die
Bundesrepublik sollte eigentlich besser darauf achten, dass nicht so viele
Abiturienten aufgrund von strukturellen Vorteilen ins Ausland gehen. Aber
so lange jemand begeistert von Medizin ist, seine Religions- und Sportnote
aber zu schlecht sind den geforderten Numerus Clausus zu erreichen, muss es
wohl weiterhin heißen;

Auf nach Ungarn!